Gläubigerverwaltung - Forderungsprüfung

Beispiele

Eingabe mehrerer Prüfungen zu einer Forderung

In einem Verfahren waren 800 € als vorläufig bestritten eingetragen. Der Gläubiger nimmt einen Teil der Forderung zurück (500 €). Gleichzeitig wird die Restforderung bestritten.

Im ersten Schritt müssen Sie die Rücknahme von 500 € eintragen sowie 300 € im Eingabefeld [4 vorl. bestr.] eingeben und bei der [Feststellungsart] "Rücknahme/Minderung" wählen. Danach noch die Eingaben speichern.

Wenn Sie auf die Zahl (in diesem Beispiel auf die 4) über dem Betragsfeld klicken, wird hier automatisch der Restbetrag eingetragen.

Erst jetzt wird der bestrittene Betrag von 300 € bei [5 bestritten] eingetragen. Achten Sie auf die richtige Feststellungsart (hier: bestritten).

Die sich überschneidenden beiden Vorgänge müssen nacheinander eingetragen werden, sonst kann u. a. das Modul für die Auswertungen die Zahlen nicht für den Druck verarbeiten.

Der eingegebene Betrag und die Feststellungsart müssen zusammenpassen.

In Höhe des nachzuweisenden Ausfalls festgestellt

Der Gläubiger meldet eine Forderung von 200.000 € an, diese wird [4 vorl. bestr.]. Wenn der Gläubiger einen Nachweis (z. B. Leasingvertrag für einen Bagger) erbringt, werden die 200.000 € im Feld [2 iHdnA festgestellt] eingetragen. Hier muss unbedingt vor dem Schlusstermin die Ausfallsumme beziffert werden, da die in Höhe des nachzuweisenden Ausfalls festgestellte Forderung noch keine Feststellung ist (hier fehlt ja die Höhe des Ausfalls).

Nun wird der Bagger für 150.000 € verkauft, die der Gläubiger erhält. Diese 150.000 werden im Feld [8 Rücknahme] eingetragen. Wenn der Gläubiger einen Nachweis über den Ausfall in Höhe von 50.000 € erbringt, werden diese 50.000 € [3 nachtr. festg.]. So haben Sie einen genauen Verlauf auf dem Tabellenblatt.

Festgestellt Rest bestritten

Ein Teil der angemeldeten Forderung wurde als berechtigt festgestellt und der Rest bestritten. Beläuft sich die Forderung z. B. auf 10.000 € und liegt über 2.000 € eine Rechnung vor, dann werden 8.000 € nach wie vor bestritten.

Tragen Sie dazu die 2.000 € im Eingabefeld [1 festgestellt] ein und die 8.000 € bei [5 bestritten]. Zum Schluss müssen Sie noch die Option [festgestellt Rest best.] unter [Feststellungsart] auswählen und Ihre Eingaben speichern.

Prüfungsschnellwahl

Bei einer Anmeldung von 1.000 € werden 800 € vorläufig bestritten und 200 € zurückgenommen. Wenn Sie jetzt bei einer neuen Prüfung auf den Button [nf] für nachträglich festgestellt klicken, werden die 800 € automatisch nachträglich festgestellt.

Rechnen in numerischen Eingabefeldern

Die angemeldete Forderung beträgt 10.000 €, 2.000 sollen festgestellt werden, der Rest wird bestritten.

Dann tragen Sie im Feld [festgestellt] die 2.000 € ein und im Feld [bestritten] fa - p1. Nachdem Sie mit der Return-Taste bestätigt haben, sind die 8.000 hier eingetragen.

Erläuterung

Wenn Sie bei gehaltener Strg -Taste den Buchstaben f drücken, wird ein Feld eingeblendet, mit dem Sie nach Begriffen auf dieser Seite des Handbuchs suchen können.

Forderungsprüfung

Um eine Forderung bearbeiten zu können, wählen Sie zunächst den Gläubiger aus und klicken auf [Forderungen]. In der geöffneten Forderungsverwaltung wählen Sie im unteren Bereich die Forderung aus und klicken auf [Prüfung].

In der Forderungsprüfung können mehrere Anmeldungen auf einmal geprüft werden. Wenn es z. B. drei Anmeldungen für jeweils Hauptforderung, Zinsen und Kosten gibt, so kann die gesamte Prüfung bei der Hauptforderung erfolgen. Alle Auswertungen und Ausdrucke werden dies entsprechend berücksichtigen.

Je nach Vorgang müssen der Gesamtbetrag oder Teilbeträge mit einem + in die Eingabefelder eingetragen werden. Mit Return addiert INVEP diese Beträge. Beim Speichern folgt die Abfrage: Die Summe der Prüfung ist größer als die Forderung. Wollen Sie wirklich speichern? Hier bestätigen Sie mit ja, denn INVEP geht von der Summe der Hauptforderung aus. Da wir jetzt noch die Zinsen und Kosten hinzurechnen, muss die Summe der Prüfung größer sein als die Hauptforderung, die wir zum Prüfen markiert haben.

Damit das Programm korrekte Listen und Auswertungen erstellen kann, darf hier immer nur ein Vorgang pro Eingabezeile eingegeben werden (bestritten, Rücknahme, o. a.). Einzige Ausnahme ist, wenn ein Teil der Forderung festgestellt und der Rest bestritten ist. Hier können beide Beträge in einer Prüfung eingetragen werden mit der dann gewählten [Feststellungsart] "festgestellt Rest bestr."

Siehe auch "Beispiele"

Feld oder Button Beschreibung
1 festgestellt Bei eindeutiger Sachlage, wenn etwa eine Rechnung vorhanden ist.
2 iHdnA.festg. Heißt "In Höhe des nachzuweisenden Ausfalls". Dies können z. B. ein Dispositionskredit, Zinsen und dergleichen sein. Siehe auch "Beispiele"
3 nachtr. festg. Die Rechnung wurde nachgereicht und ist in Ordnung.
4 vorl. bestr. Wenn die Rechnung noch nicht vorliegt, dann wird die Rechnung in der Regel als vorläufig bestritten eingestuft.
5 bestritten Forderungen werden bestritten, z. B. wenn eine Rechnung nicht nachvollzogen werden kann.
6 Zahlung In diesem Feld werden vom System automatisch Einträge vorgenommen, wenn eine Zahlung (Ausschüttung) erfolgt.
Weitere Informationen finden Sie unter: Verteilungsmanagement
7 b.z.v.d.Ot. Die Forderung wird bis zur Vorlage des Originaltitels bestritten.
8 Rücknahme Der Gläubiger nimmt die Forderung von selbst zurück.

Eine Rücknahme darf nie als erste "Prüfung" eingetragen werden.

Bei einer Rücknahme sollte immer beachtet werden, wann diese Rücknahme erfolgt. Erfolgt die Rücknahme vor dem Prüfungstermin, so ist der Anmeldebetrag einfach um den zurückgenommenen Betrag zu reduzieren. Gegebenenfalls wird die gesamte Forderung wieder gelöscht, wenn eine vollständige Rücknahme stattgefunden hat.

Erfolgt die Rücknahme nach dem Prüfungstermin, so ist sie als solche einzutragen. Rücknahmen werden vollautomatisch bei der Verteilung berücksichtigt. Wenn ein Gläubiger bereits eine Teilzahlung erhalten hat, so wird die durch die Rücknahme nachträglich entstandene Überzahlung quotentechnisch bei der nächsten Verteilung ausgeglichen.

Erfolgt die Rücknahme nach Verfahrensbeendigung, darf der festgestellte Betrag nicht mehr reduziert werden. Es muss darauf geachtet werden, dass für diesen Gläubiger eine Auszahlungssperre gesetzt wird, damit er bei der Überweisung kein Geld erhält. Der hier bei der Quotenberechnung ermittelte Betrag für den Gläubiger steht dem Schuldner zu.

9 bestr. Titel Geben Sie hier den Betrag des bestrittenen Titels ein.
Bearbeitungsdatum Das Programm setzt automatisch das Bearbeitungsdatum ein. Sie können jedoch auch ein anderes Datum einsetzen.
Buchst./zu Buchst. Diese Option ist ein internes Ordnungskriterium.
Festellungsart Die Feststellungsart ist entsprechend dem zuletzt eingetragenen Betrag voreingestellt. Sie können jedoch auch eine andere Festellungsart wählen.

Der eingegebene Betrag und die Feststellungsart müssen zusammenpassen.

tituliere Forderung Der titulierten Forderung kommt insofern eine Relevanz zu, dass selbst wenn der Verwalter die Forderung bestreitet, der Gläubiger mit dieser Forderung an der Schlussverteilung teilnimmt. Es sei denn, der Verwalter hat gegen den Gläubiger geklagt. Wenn Sie den Button [- - -] anklicken, öffnet sich ein Popup-Menü mit zwei Möglichkeiten zum Anklicken:
  • [titulierte Forderung] Hier wird behauptet, für die Forderung sei ein Titel vorhanden, es fehlt jedoch bislang ein Nachweis.
  • [Titel bei den Akten] Der Nachweis ist vorhanden.

Wenn der Titel erst bei der Prüfung eingetragen wird, muss er auch bei der Anmeldung nachgetragen werden. D. h., immer wenn ein Titel nachträglich eingetragen wird, muss er überall nachgetragen werden, bei der Anmeldung und allen Prüfungen. Wird ein Titel direkt bei der Anmeldung eingetragen, wird dieser automatisch für die danach durchgeführten Prüfungen übernommen.

Feststellungsvermerk Der Feststellungsvermerk wird entsprechend der [Feststellungsart] automatisch eingetragen. Diesen können Sie ergänzen oder ändern. Hierzu bestätigen Sie die [Feststellungsart] mit der Return-Taste, es öffnet sich ein Popup-Menü. Bestätigen Sie mit der Return-Taste die Feststellungsart. Gehen Sie mit der Return-Taste weiter bis zum Feld [Feststellungsvermerk].

INVEP lässt es aus Sicherheitsgründen nicht zu, dass der Text des Feststellungsvermerks leer bleibt. Wenn man versucht, eine Prüfung mit einem leeren Feststellungsvermerk zu speichern, erzeugt INVEP vollautomatisch einen Feststellungsvermerk, der zur gewählten Prüfung passt.

Wenn man tatsächlich einen leeren Feststellungsvermerk eingeben möchte, so gibt man einfach das Wort "void" (ohne Anführungszeichen) in den Feststellungsvermerk ein. Dieses Wort wird beim Ausdruck vollautomatisch gelöscht, so dass man einen "mit Absicht leeren" Feststellungsvermerk erzeugt.

Bestreitungsgrund für Tabellenauszug Der hier eingegebene Text wird nur auf dem "Auszug aus der Tabelle" und "Auszug aus der Tabelle, beglaubigt" im Bereich "Bemerkungen" ausgedruckt.

Sie können in die Textfelder auch Texte einfügen, die in der Makroverwaltung hinterlegt sind. Geben Sie das entsprechende Kürzel ein und bestätigen Sie mit der Leertaste. Wenn Sie das Kürzel nicht wissen, drücken Sie die Taste F7. Es öffnet sich die Makroauswahl, in der die Makros mit dem entsprechenden Langtext aufgeführt sind.

Wenn Sie Ihre Eingaben gemacht haben, klicken Sie auf [Eingabe speichern] oder drücken bei gehaltener Alt-Taste den Buchstaben s. Die soeben eingegeben Daten erscheinen nun als Tabelle im unteren Bereich.

Möchten Sie eine weitere Prüfung zu dieser Anmeldung erfassen, klicken Sie auf [neue Prüfung] oder drücken bei gehaltener Alt-Taste den Buchstaben n.

In der untersten Buttonleiste befindet sich der Button [historische Darstellung]. Dieser Button ist bei Vorgängen zu empfehlen, bei denen viele Veränderungen stattfanden. Die Art der Zahlendarstellung ist übersichtlicher.

Ist dieser Button nicht aktiviert, d. h. nicht farbig markiert, zeigt das Programm den aktuellen Ist-Zustand des Vorgangs. Im Anzeigefeld stehen die Zahlen, die sich nicht geändert haben.

Ist [historische Darstellung] aktiviert, zeigt das Anzeigefeld nicht den aktuellen Zustand, sondern das, was sich gegenüber dem Vorherigen geändert hat.

Prüfungsschnellwahl

Wenn Sie eine Anmeldung über einen Button der Prüfungsschnellwahl bearbeiten, wird automatisch der noch offene Betrag in das entsprechende Feld eingetragen. Ebenso wird automatisch das Bearbeitungsdatum eingetragen, die passende Feststellungsart gewählt und der Feststellungsvermerk eingetragen. Sie brauchen nur noch die Eingaben zu speichern. Siehe auch "Beispiele"

Die Schnellprüfungsbuttons sind in der Reihenfolge der Häufigkeit ihrer Verwendung angeordnet.

Wenn Sie die Shift-Taste gedrückt halten und dann die Prüfungsart anklicken, wird die Prüfung auch automatisch gespeichert.

Rechnen in numerischen Eingabefeldern

In den numerischen Eingabefeldern der Forderungsverwaltung kann gerechnet werden. Hierbei stehen Ihnen folgende Variablen zur Verfügung:
Variable Beschreibung
fa angemeldete Forderungen
fb Forderung gem. Buchhaltung
fas Summe aller Forderungen
fa1, fa2, usw. erste angemeldete Forderung, zweite angemeldete Forderung, usw.
p1 festgestellt
p2 in Höhe des nachzuweisenden Ausfalls festgestellt
p3 nachträglich festgestellt
p4 vorläufig bestritten
p5 bestritten
p6 Zahlung
p7 bis zur Vorlage des Originaltitels bestritten
p8 Rücknahme
p9 bestrittener Titel
siehe auch "Beispiele"

Wenn Sie in einem Feld bei gehaltener Shift-Taste die Taste F2 drücken, werden Ihnen u. a. die Rechenvariablen angezeigt.

Forderungsprüfung löschen

Um Forderungsprüfungen zu löschen, klicken Sie erst die gewünschte Anmeldung an und dann den Button [Prüfung].

Sie können immer nur die aktuelleste Prüfung löschen. Wählen Sie die Prüfung aus und klicken dann auf den Button [Eintrag löschen]. Es öffnet sich die Nachricht:

"Sind Sie sicher, dass Sie den Eintrag löschen wollen?"

Nachdem Sie mit [ja] bestätigt haben, ist der Eintrag gelöscht.

Hinweise

Sehr viele Dinge sind mit der korrekten Eingabe der Beträge in der Prüfung verbunden, denn bei allen vom Programm durchgeführten automatischen Berechnungen (z. B. Ausschüttungen) wird die juristische Prüfungskonstellation berücksichtigt. D. h. das Programm weiß selbstständig, wann Rückstellungen für die Ausschüttungen zu bilden sind.

In der Forderungsprüfung können mehrere Anmeldungen auf einmal geprüft werden. Wenn es z. B. drei Anmeldungen für jeweils Hauptforderung, Zinsen und Kosten gibt, so kann die gesamte Prüfung bei der Hauptforderung erfolgen. Alle Auswertungen und Ausdrucke werden dies entsprechend berücksichtigen.

Damit das Programm korrekte Listen und Auswertungen erstellen kann, darf hier immer nur ein Vorgang pro Eingabezeile eingegeben werden (bestritten, Rücknahme, o. a.). Einzige Ausnahme ist, wenn ein Teil der Forderung festgestellt und der Rest bestritten ist. Hier können beide Beträge in einer Prüfung eingetragen werden mit der dann gewählten [Feststellungsart] "festgestellt Rest bestr.". Siehe auch: Beispiele

Eine Rücknahme darf nie als erste "Prüfung" eingetragen werden.

Bei einer Rücknahme sollte immer beachtet werden, wann diese Rücknahme erfolgt. Erfolgt die Rücknahme vor dem Prüfungstermin, so ist der Anmeldebetrag einfach um den zurückgenommenen Betrag zu reduzieren. Gegebenenfalls wird die gesamte Forderung wieder gelöscht, wenn eine vollständige Rücknahme stattgefunden hat.

Erfolgt die Rücknahme nach dem Prüfungstermin, so ist sie als solche einzutragen. Rücknahmen werden vollautomatisch bei der Verteilung berücksichtigt. Wenn ein Gläubiger bereits eine Teilzahlung erhalten hat, so wird die durch die Rücknahme nachträglich entstandene Überzahlung quotentechnisch bei der nächsten Verteilung ausgeglichen.

Erfolgt die Rücknahme nach Verfahrensbeendigung, darf der festgestellte Betrag nicht mehr reduziert werden. Es muss darauf geachtet werden, dass für diesen Gläubiger eine Auszahlungssperre gesetzt wird, damit er bei der Überweisung kein Geld erhält. Der hier bei der Quotenberechnung ermittelte Betrag für den Gläubiger steht dem Schuldner zu.

Der eingegebene Betrag und die Feststellungsart müssen zusammenpassen.

Bitte beachten Sie beim Rechnen in den Feldern die Regeln der Mathematik (z. B. Punktrechnung geht vor Strichrechnung).
Beispiel:
2 + 1 × 5 = 7
(2 + 1) × 5 = 15

Siehe auch



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